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Fafner Tuba Generalüberholung mit Versilberung

Mittwoch, 15. Dezember 2010 von Matthias Beck

Tuba Generalüberholungen vom Feinsten im Musikhaus Beck!

Eine ist für unsere ambitionierte Meisterwerkstatt eine gerne angenommene und schöne Aufgabe, die größten Metallblasinstrumente wieder auf Vordermann zu bringen.

Großer Auftrag:
Eine Melton Fafner B-Tuba wurde entlackt, repariert, auf Hochglanz gebracht und hochglanzversilbert.
Da lacht das Herz des Tubisten. (Weitere Fotos im unteren Teil des Berichts)

Tuba Generalüberholung im Musikhaus Beck

Auch der Instrumentenmacher fruet sich, wenn die überholte Tuba letztlich zusammengesetzt, gangbar und spielbar gemacht wird. Vor allem nach dem Versilbern kommt es häufig vor, dass Gewinde, Ventile, Züge und bewegliche Teile etwas nachgearbeitet werden müssen.

Steffen wird im hochglänzenden Schallbecher gespiegelt

Nicht immer kommen gut erhaltene Tuben zur Reparatur.
Auch viele ältere Instrumente, die ncoh gut ansprechen und noch spielbar sind, werden im Musikhaus Beck generalüberholt.
Zunächst muss beurteilt werden, ob die Reparatur und der Kostenaufwand in einem akzeptablen Verhältnis stehen.
Ist der Spielzustand zu schlecht, lohnt es sich nicht in ein solches Instrument zu investieren.
Die folgenden Bilder zeigen ein Instument, das komplett zerlegt und auseinandergelötet wurde. Selbst Ohrenkappen, die über ankorrodierte, nicht austauschbare Maschinenteile gelötet, wieder für viele Jahre Schutz bieten, werden einzeln und passend handgefertigt.

Komplett zerlegte Tuba

Komplett zerlegte Tuba

Handgefertigter "Ohrenschutz" für die Tuba

Handgefertigter "Ohrenschutz" für die Tuba

Die Schutzkappen für die Ohren werden mit Draht fixiert und dann aufgelötet.
Alle Bögen, Kappen, Knie, Anstöße und das Schallstück werden ausgebeult, verschliffen und an der Maschine vorpoliert. Teilen mit Korrossion werden durch neue Originalteile ersetzt. Sind keine passenden Teile erhältlich, werden diese von uns angefertigt.

Tubamaschinenstock mit den handgefertigten Schutzkappen

Tubamaschinenstock mit den handgefertigten Schutzkappen

In der Bilderserie (unten)

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Wie das Beck-C-Flügelhorn Melisma für die Berliner Philharmoniker entstand

Freitag, 15. Januar 2010 von Matthias Beck

 Melisma CKurze Geschichte über die Entstehung des  Flügelhorn „Beck Melisma in C“, für die Berliner Philharmoniker

Auf dem Programm des Berliner Ausnahmeorchesters standen 12 Konzerte mit Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 3, die mit dem berühmt-berüchtigten aber ebenso wunderschönen Posthornsolo (Hörprobe). Tamás Velenczei, der Solotrompeter suchte ein geeignetes Instrument. Viele Flügelhörner wurden getestet und verglichen. Das bereits gefertigte „Beck-Melisma“ in B-Stimmung gefiel so gut, dass es in der Endauswahl den Zuschlag erhielt. Kurze Zeit nach dem Test fragte mich Tamás Velenczei, ob es möglich wäre, ein ähnliches Modell in C-Stimmung zu bauen.
Diese Anfrage war Herausforderung und Ansporn zugleich. Ist es doch schwierig genug, ein gut intonierendes B-Modell zu fertigen, um wie viel mehr nimmt einen dann die Entwicklung eines C-Instruments in Anspruch?
Wir stellten uns dieser Aufgabe und sagten zu.

Wir, das ist die Meisterwerkstatt des Musikhaus Beck. Matthias Beck, der Inhaber, studierte mit 16 Jahren Trompete und Blockflöte an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart. Nach erfolgreichem Aufbaustudium mit Konzertreife schloss sich nahtlos der Militärdienst an. Diesen absolvierte er als Solotrompeter des Heeresmusikkorps in Hannover.
Begeistert vom Instrumentenbau erlernte er diesen Beruf in Rüsselsheim bei der Fa. Glassl. Der Aufbau einer eigenen Werkstatt im väterlichen Musikhaus, begleitet von vielen Orchestereinsätzen in der Württembergischen Philharmonie, folgte. Nach drei Gesellenjahren absolvierte Matthias Beck die Meisterprüfung im Beruf des Metallblasinstrumentenbauers. Damals begann der Becksche Instrumentenbau. Musiker und Handwerker, beide Herzenswünsche waren verwirklicht.
Beck hat alle seine Mitarbeiter selbst ausgebildet. Instrumente von der Piccolotrompete über Doppelhörner bis hin zum Bariton und Euphonium werden in der Dettinger Blechschmiede gefertigt.
Von Null auf Hundert, so war unsere Aufgabenstellung. Es gibt keine C-Flügelhörner, von denen man wenigstens einige Dinge ableiten kann, die man vermessen, oder ausstimmen könnte, die wenigstens einige Erfahrungswerte mitbringen. Nein, wir beginnen hier bei Null.
Die Maschine ist vorgegeben. Es sollte eine Bohrung wie beim getesteten B-Instrument sein, eine Meinlschmidt-Drehzylinder Maschine mit Bohrung 11,0 mm.
Alle unsere Schallstücke, deren Mensur (Mensur = Verhältnis von Durchmesser und Länge) ungefähr passen könnte, wurden mit unterschiedlichen Mundrohren an die Maschine angelötet. Als Anstoß, das ist das gebogene Teil zwischen Maschine und Schallstück, fertigten wir für die ersten Tests ein konisch zulaufendes Zwischenstück, das den Unterschied von Maschinenausgang 11,0 mm auf den Eingangsdurchmesser der unterschiedlichen Schallstücke überbrückt.
Dies geschieht natürlich im geraden, ungebogenen Zustand. Das Ziel hierbei ist herauszufinden, mit welcher Schallstückmensur in Verbindung mit dem ungefähr passenden Mundrohr das neue Instrument gut klingt und in der Höhe ebenso anspricht. Zu große Schallstücke klangen in der Höhe sehr muffig, zu kleine waren im Klang dann wiederum zu trompetenhaft. Immer das Posthornsolo im Hinterkopf, einigten wir uns auf eine neue C-Mensur, die etwa unserem eng mensurierten B-Flügelhorn entspricht.

Der Prototyp klingt jetzt sehr ansprechend, aber stimmt miserabel. Hiermit beginnt die Ausstimmungsarbeit. Langjährige Erfahrung, unterstützt durch erstklassige Computer Hard- und Software sind Voraussetzung für diese Arbeit. Stimmt man einzelne Töne aus, werden einige andere wiederum schlechter intonieren. Hierbei hilft das PC-Intonationsprogramm enorm. Die geplanten Änderungen zeigen sofort die Auswirkung auch auf die anderen Töne der Naturtonreihe. Die wenigsten Änderungen, die der PC vorschlägt, sind auch sinnvoll. Hierbei ist die Erfahrung als Trompeter und Instrumentenbauer gefragt. Man sucht sich den bestmöglichen Kompromiss, lässt sich die Änderung ausdrucken und begibt sich in die Werkstatt.

Anhand der folgenden Bildschirmausdrucke erläutere ich die Ausführung der ersten Stimmungskorrektur.

Das Instrument wird nicht angeblasen, sondern am Mundstück an einen Messkopf mit Gummikappe als Dichtung, angeschlossen. Der ständige Impuls, ein Sinusglissando, erzeugt eine stehende Welle im Instrument. Somit kann jeder Ton sehr exakt und vor allem objektiv gemessen werden.

PC-Vermessung einer Piccolotrompete

PC-Vermessung einer Piccolotrompete

Auf dem Fotosehen wir eine Piccolotrompete mit geradem, noch ungebogenem Schallstück, verbunden mit dem Messkopf des speziellen Computersystems.

Grafik 1
Nach der akustischen Messung erhalten wir im Korrekturprogramm dieses Bild.
Computermessung 1Die grüne Kurve ist die Ausgangsintonation. Die Zahlen (1-12) unter den oberen Tabellen zeigen die Naturtöne des Griffes 0.
1=C (Pedalton); 2= c´; 3=g´, 4=c´´; 5=e´´; 6=g´´, nun der immer zu tiefe 7. Naturton b´´ wird beim C-Instrument mit  Griff 1 gespielt, 8=c´´´.
Bis hierher ist es für ein Flügelhorn wirklich interessant. (weiterlesen…)

Ein handgefertigtes Flügelhorn entsteht

Montag, 12. Oktober 2009 von Matthias Beck
Die Schallstücke sind ausgestimmt

Die Schallstücke sind ausgestimmt

Die Schallstücke sind ausgestimmt.
Das heißt, der exakte Verlauf von Durchmesser und Länge stimmt. Bei jedem Instrumententyp gibt es viele verschiedene Mensuren. Ist das Schallstück an einer Stelle 1mm zu weit oder zu eng, wird der betroffene Ton entweder zu tief oder zu hoch sein.
Deshalb pressen wir in unserer Meisterwerkstatt die Schallstücke nach der Fertigung zusätzlich auf einen Dorn.
Danach werden die Schallstücke in geradem Zustand an einem bereits fertigen Instrument akustisch am PC vermessen.
Siehe auch auf folgender Seite unter: Vermessung der Instrumente am PC.
Foto links:
Ausgestimmte Schallstücke in unterschiedlichen Materialien und Ausführungen.
Das Schallstück wird eingegossen

Das Schallstück wird eingegossen

Nun werden nach alter Handwerkstradition die Schallstück mit Blei eingegossen.
Dies gewährt ein sehr gutes Biegeverhalten.
Und zudem für die Handfertigung die Möglichkeit, das Schallstück nach dem Biegen sehr glatt  zu pochen (siehe nächster Schritt).
Dadurch entsteht eine sehr glatte Außen- und Innenoberfläche im Gegensatz zu den industriell gefertigeten Instrumenten.
Nach dem Glattpochen und dem Feilen, kann das Blei durch erhitzen mühelos aus dem Instrument gegossen werden.
Die Schallstücke kühlen nach dem Eingießen langsam ab

Die Schallstücke kühlen nach dem Eingießen langsam ab

Links sehen wir 3 unterschiedliche Beck Melisma Flügelhornschallstücke nach dem Eingießen.
Messing für B-Stimmung
Goldmessing (oder Tombak)  für C-Stimmung
Goldmessing mit Kranz in B-Stimmung
Bis hierher sind die Arbeitsschritte gleich.
Doch Vorsicht beim Biegen. Biegt man ein C-Schallstück nach der B-Biegeform ist alles zu spät.
Das Schallstück passt nicht zum Instrument und kann nicht zurückgebogen werden.
Es will gelernt sein, Schallstücke in Milimetergenauer Handarbeit zu biegen, verpochen und fertigzustellen.

Das Schallstück wird glattgepocht

Das Schallstück wird glattgepocht

Ist das Melisma Flügelhornschallstück fertig gebogen, geht es an die Feinarbeit. (weiterlesen…)

Restauration eines 100 Jahre alten Pistons

Freitag, 14. August 2009 von Matthias Beck
Wunderschön, ein 100 Jahre altes Kreuzpiston in neuem Glanz

Wunderschön, ein 100 Jahre altes Kreuzpiston in neuem Glanz

Im Instrumentenschrank gefunden.
Zuerst als Schrott bezeichnet, dann näher angeschaut und zur Einholung eines Expertenrates zum Musikhaus Beck gebracht.
Wir haben es auf Dichtigkeit und Intonation geprüft und für nach der Restauration für gut spielbar befunden.
Der Auftrag wurde erteilt.
Wir durften aus einem Stück verbeultem Blech wieder ein wunderschönes, nun wieder sehr gut spielbares Piston formen.

 

 

So sah das Instrument vor der Arbeit aus.

Das Piston nach der Entnickelung

Das Piston nach der Entnickelung

Leider wurde dieses Instrument irgendwann einmal Vernickelt. Wahrscheinlich um das lästige Putzen zu vermeiden.
Ein Risiko, solch ein altes, dünnes Blech chemisch zu entnickeln. Deshalb startete die Galvanikfirma einen Versuch mit 2 Zügen. Nachdem dieser Test positiv verlaufen war, wurde das komplette Instrument ebenfalls entnickelt.
Nach diesem Arbeitsschritt hielten wir das Ergebnis in Händen. (Foto links)

 
Das in viele Einzelteile zerlegte Piston

Das in viele Einzelteile zerlegte Piston

Nun wird das Instrument vorsichtig in seine Einzelteile zerlegt.
Dies ist notwendig, um alle verbeulten und undichten Stellen gut reparieren zu können.

Das Alter und die Sprödigkeit des Bleches erfordert ein sehr vorsichtiges Arbeiten.
Um beim Ausbeulen Risse, oder Durchbrüche zu vermeiden, wird das Messingblech sehr gezielt und behutsam weichgeglüht.
Es gibt viele Unterschiede zwischen dieser Restauration und einer (weiterlesen…)

Jagdhornbau in meisterlicher Ausführung

Donnerstag, 06. August 2009 von Matthias Beck

Neue Homepage “Jagdhornbau.de

 Ein Kunde gab den Startschuss für den Beckschen Jagdhornbau.

Sondermodell Marforcehorn in Es - Beck Meisterinstrumente

Begeistert von unseren Meisterinstrumenten äußerte er die Idee: “Wenn ihr so gute Instrumente mit Ventilen baut, müsste es doch auch funktionieren, Signalinstrumente zu bauen.”
Er selbst spielt in einer Parforcehorngruppe, die neue Instrumente suchte.
Dies war der Anlass, uns konzentriert dieser neuen Aufgabe zu widmen.
Wir stellten durch Computermessungen schnell fest, dass in diesem Bereich noch einiges an Fortschritt möglich ist.

Ob Parforcehorn in Es- oder B-Stimmung, oder Trompe de Chasse in D, ob 1-, 2-, oder-3-windig, Fürst Pless-Horn oder Luren, angefertigt aus Messing oder Goldmessing, ob Standardausführung, dünnwandig oder Sonderwunsch, wir bauen für Sie… (weiterlesen…)