Die Blockflöte – Ein uraltes Instrument

Matthias Beck mit Subbass und Gar-Klein-Flötlein

Matthias Beck mit Subbass und Gar-Klein-Flötlein

Die Blockflöte ein uraltes Instrument Wiederentdeckt mit fantastischen Möglichkeiten
Im Sonnenlicht – Das Blockflötenkonzert mit Hans-Jürgen Hufeisen & Matthias Beck
Samstag, 7. November um 20 Uhr in der Stiftskirche Dettingen an der Erms

Die Blockflöte ist ein sehr altes Instrument. Der erste Fund eines solchen Instruments in Göttingen wird zurückdatiert auf etwa das Jahr 1250. Ein Rohr mit 7 Grifflöchern, noch ohne Daumenloch für die hohe Oktave. Den Namen dieser Flötengattung gibt der Block. Ein Holzstück, das den Luftstrom führt, der dann auf eine scharfe Kante, die Labiumkante trifft, sich spaltet und einen Ton erzeugt. Das einfachste Modell dieser Technik kann jeder selbst testen, indem er schräg von oben in eine mehr oder wenige leere Flasche bläst. Der Luftstrom wird am Flaschenhals gebrochen. Ist mehr Flüssigkeit in der Flasche, entsteht ein höherer Ton, ist die Flasche leer, erhalten wir einen tieferen Ton. Diese Tonhöhen können wir bei der Blockflöte durch das Schließen der Tonlöcher beeinflussen. Je mehr das Flötenrohr geschlossen wird, desto tiefer wird der Ton. Die frühmittelalterliche Instrumentalmusik der Blockflöte war vorwiegend Begleitmusik zu den Darbietungen von Gauklern und Straßensängern, der so genannten Spielmannsmusik. Diese Musik wurde improvisiert und nicht aufgeschrieben. Die Spieler nahmen schöne Melodien auf, veränderten diese und gaben sie ebenfalls weiter. Die Instrumente hatten noch keine einheitliche Grundstimmung und es war deshalb nicht möglich, gemeinsam im Ensemble zu musizieren. Durch die relativ einfache Bauweise verbreitete sich die Blockflöte immer mehr. Im 16. Jahrhundert war sie geradezu ein modisches Instrument. Junker Jacob van Eyck war der bekannteste Blockflötenspieler seiner Zeit. Er war von Geburt an blind, doch seine musikalische Virtuosität und seine genialen improvisatorischen Fähigkeiten wurden in 4 Bänden wunderschöner Blockflötenmusik festgehalten. Bis heute spielen die Blockflötisten aus dem “Fluyten lust-hof” des “Jonkheer Jacob van Eyck”.

Das Instrument wurde weiterentwickelt und in sehr vielen verschiedenen Größen gefertigt. Wohlhabende Familien besaßen ganze Sammlungen von Blockflötenfamilien. Es entstanden Blockflötenkreise. Freunde luden sich gegenseitig zu Abenden mit Gesang und Blockflötenspiel ein. Da begann die große Zeit der Blockflöte, die Barockzeit. Jacques Hotteterre, ein französischer Komponist nahm großen Anteil an der Entwicklung der barocken Blockflöte. Die Stimmung wurde angeglichen, durch eine konische Bohrung wurde ein deutlich größerer Tonumfang möglich, das Instrument wurde dreiteilig, die Grifflöcher wurden enger gesetzt. Nun war das Instrument solistentauglich. Große Komponisten schufen wunderbare, bis heute gespielte Originalwerke. Ob, Bach, Corelli, Vivaldi, Händel, Telemann, um nur fünf der vielen hunderten Barockkomponisten zu nennen, die Blockflötenmusik gewann durch sie an Ausdrucksstärke, Musikalität und Virtuosität. Nach dieser Hochzeit dieses wunderbaren Instruments, löste die Querflöte das etwas leisere Instrument ab. Ab Mozarts Zeit, der Wiener Klassik, verlangten die entstehenden größeren Orchester lautere Instrumente. So verlor die Blockflöte bis ins 20. Jahrhundert immer mehr an Bedeutung. Der Franzose Arnold Dolmetsch, Musiker und Instrumentenbauer in einer Person, nahm sich den barocken Instrumenten an und baute sie nach. Es entstand eine unglaubliche Renaissance der Blockflöte. Die barocke Musik Blockflötenmusik wurde wieder aufgeführt und gleichzeitig entstanden viele neue Originalwerke für das wiederentdeckte Instrument. Hans-Jürgen Hufeisen, ein Blockflötist mit den wohl am meisten Konzerten europaweit, entwickelte einen neuen, eigenen Musikstil und brachte dieses wunderschöne Instrument in unzähligen Konzerthallen und Kirchen hunderttausenden von Zuhörern nahe. Geschichten erzählen, Stimmungen erahnen lassen, melancholische Sphärenklänge, virtuose Spielfreude, die Zuhörer mitnehmen in das unendliche Spektrum der Blockflöte, das erreicht Hans-Jürgen Hufeisen mit seinen Instrumenten. Das Konzert “Im Sonnenlicht” mit seinem ehemaligen Meisterschüler Matthias Beck nimmt Sie mit ins Blockflötenreich mit der Freude und Kraft der irischen Sonnenkreuz. Es steht für Lebenserneuerung statt Passion und symbolisiert die Zeit des Neubeginns, der Auferstehung und des frühlingshaften Wachsens und Erwachens. „Das Licht setzt sich durch gegen die Dunkelheit. Dies ist ein urchristliches, aber auch ein keltisches Thema“, so Hufeisen. Und mit keltischen Klängen aus Irland, Schottland und der Bretagne will Hufeisen die Herzen seiner Zuhörer erhellen und ihre inneren Landschaften in Sonnenglanz tauchen.

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