Restauration eines 100 Jahre alten Pistons

Wunderschön, ein 100 Jahre altes Kreuzpiston in neuem Glanz
Im Instrumentenschrank gefunden.
Zuerst als Schrott bezeichnet, dann näher angeschaut und zur Einholung eines Expertenrates zum Musikhaus Beck gebracht.
Wir haben es auf Dichtigkeit und Intonation geprüft und für nach der Restauration für gut spielbar befunden.
Der Auftrag wurde erteilt.
Wir durften aus einem Stück verbeultem Blech wieder ein wunderschönes, nun wieder sehr gut spielbares Piston formen.
So sah das Instrument vor der Arbeit aus.

Das Piston nach der Entnickelung
Leider wurde dieses Instrument irgendwann einmal Vernickelt. Wahrscheinlich um das lästige Putzen zu vermeiden.
Ein Risiko, solch ein altes, dünnes Blech chemisch zu entnickeln. Deshalb startete die Galvanikfirma einen Versuch mit 2 Zügen. Nachdem dieser Test positiv verlaufen war, wurde das komplette Instrument ebenfalls entnickelt.
Nach diesem Arbeitsschritt hielten wir das Ergebnis in Händen. (Foto links)

Das in viele Einzelteile zerlegte Piston
Nun wird das Instrument vorsichtig in seine Einzelteile zerlegt.
Dies ist notwendig, um alle verbeulten und undichten Stellen gut reparieren zu können.
Um beim Ausbeulen Risse, oder Durchbrüche zu vermeiden, wird das Messingblech sehr gezielt und behutsam weichgeglüht.
Das spröde Blech, gelötete Zugrohre, die leicht reißen. Das Instrument muss beinahe komplett in seine Einzelteile zerlegt werden. Möglichst alle Originalteile sollten erhalten werden. Diese Punkte fordern den Handwerksmeister.

Das fertig reparierte Schallstück mit der neuen Kappe
Das Schallstück dieses Pistons war schon sehr dünn, stark deformiert, stark verbeult und mit kleinen Haarrissen versehen. Um dieses wichtige Stück des Instruments zu erhalten, war es notwendig eine im selben Baustil eine schöne Kappe anzufertigen.

Die restaurierten Teile, bereits vorpoliert
Nun werden alle Einzelteile repariert.
Geflickt, ausgebeult, gerichtet und aufpoliert.
Die Ventile werden neu eingezogen und geläppt.
Die Scharniere des Druckwerks werden vernietet und gangbar gemacht.
Alle Kleinteile werden poliert und zusammengesetzt.

- Das Instrument wird zusammengelötet
Das Instrument wird nun zusammengesetzt, ausgerichtet und verlötet.
Danach werden alle Lötstellen von hand mit einem Zinnkratzer geputzt.
Das heißt, das Restzinn an den Lötstellen wird vorsichtig abgeschabt.
Anschließend werden alle Lötstellen mit einem Lappen und einer Bimsmehl-Ölmischung bearbeitet, um alle Lötspuren endgültig zu beseitigen.
So, nun ist es an der Zeit, das Instrument von Hand zu polieren.
Danach werden die zugänglichen Außenflächen an der Poliermaschine mit einer weichen Stoffscheibe hochglanzpoliert.

- Jetzt ist das Piston bereit zur Versilberung

- So sieht das schöne Piston nach der Versilberung aus
In der Galvanik wird das Instrument ultraschallentfettet und hochglanzversilbert.
Anschließend müssen vom Instrumentenmacher die beweglichen Teile wieder gangbar gemacht werden. Die Ventile werden eingebaut und das Druckwerk aufgesetzt.
Die Züge gefettet, die Wasserklappen bekorkt und ein erster Ton wird gespielt.
Die Restauration hat sich gelohnt.

- Das Druckwerk mit einer wunderschönen und feinen Mechanik
Über kleine Zahnräder und eine Sperre wird der Federdruck gehalten.
Durch fein geriffelte Einstellräder kann der Federdruck eines jeden Drückers separat verändert werden.

Detail, die feinen Einstellräder

Sogar der Originalkoffer ist noch vorhanden
Das Kornett kann mit den Steckbögen in C-, B-, A- und G-Stimmung gespielt werden.
Wie so oft, stimmt ein Instrument in seiner Grundstimmung, hier C, am besten.
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